Ganz der Streber, der ich nun mal bin, höre ich immer fleißig alle Neuerscheinungen durch, die mir Intro, Spex und Co. so präsentieren. Dabei gehe ich allerdings sehr selektiv vor und bleibe bei Gitarren gerne hänge, während Elekrozeugs fix abgehakt wird. Ist eigentlich etwas komisch, da ich so ein begeisterter Postpunk bin, aber da kommt wohl der olle Folkpurist durch, dieser kleine zottelige Geschmacksfaschist. Beim späteren Zweit- oder Drittdurchhören fallen mir dann Sachen auf, die so genial sind, dass ich mich glatt für meine Ignoranz ein klein wenig schäme.
Einer dieser schändlicherweise vernachlässigten Acts ist die schwedische Eurodiscoheldin Sally Shapiro. Wurde derartige Musik in den letzten Jahren schlicht unter der Kategorie “Trash” subsumiert, darf man sich jetzt wieder ganz ungeniert an hopsigem Popgedudel erfreuen, wenn auch nur auf typisch ironisierte Hipstermanier. Nun ja. Ich finde, dass ‘süß’ immer und überall eine legitime ästhetische Kategorie ist. Nicht, dass Sally Shapiro doofe Musik wäre. Auch gute Unterhaltung ist nicht so einfach zu machen und die Texte sind ausnehmend klug und witzig. Hier mein aktueller Lieblingssong namens Jackie Jackie von der älteren Platte Disco Romance.